seecon Ingenieure begleiten 1000. Klimaschutzkommune

Beeskow erhielt Auszeichnung von Staatssekretärin Katherina Reiche

Foto: Jörn Tornow

Märkische Oderzeitung, erschienen am 09./10. April 2011

Windrad mit Solarantrieb als Präsent - Staatssekretärin Katherina Reiche zeichnet Beeskow als 1000. Kommune aus, die über ein Klimaschutzkonzept verfügt

Beeskow (MOZ). Die Stadt Beeskow hat am Freitag von Staatssekretärin Katherina Reiche eine Urkunde überreicht bekommen. Sie zeichnete damit Beeskow und die Kommunen des Altkreises als 1000. Region aus, die über ein vom Bund gefördertes Klimaschutzkonzept verfügt.

Als Präsent hatte die Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, die ihren Wahlkreis in Brandenburg hat, ein Miniaturwindrad, das mit Solar betrieben wird, im Gepäck. Dieses überreichte Katherina Reiche dem Vorsitzenden des Beeskower Stadtparlamentes, Siegfried Busse. Die Politikerin nutzte die Gelegenheit, Bürgermeister Frank Steffen zu dessen 40. Geburtstag zu gratulieren (Steffen hatte seinen freien Tag wegen des Besuchs der Staatssekretärin unterbrochen). Dann ging sie auf den eigentlichen Grund des Besuchs ein: Beeskow hatte sich vor zwei Jahren an einem Klimaschutzkonzept des Bundesumweltministeriums beteiligt. Dieses Projekt, in das auch die umliegenden Kommunen Storkow, Friedland sowie die Gemeinden Tauche, Rietz-Neuendorf und das Amt Schlaubetal einbezogen sind, ist das 1000. Vorhaben, das jetzt mit einem positiven Förderbescheid ausgestattet wurde.


Insgesamt 88.000,00 € hat Beeskow als Mittelzentrum in die Hand genommen, um das Konzept vom Leipziger Ingenieurbüro seecon ausarbeiten zu lassen. 62.000,00 € davon werden vom Bundesumweltministerium beigesteuert, die Stadt Beeskow ist mit rund 26.000,00 € Eigenanteilen dabei, wie Stadtkämmerer Steffen Schulze vorrechnet. Er hatte sich auch um die Antragstellung gekümmert, kennt daher die Hintergründe des Projektes: "Das Ziel ist einerseits, die Energiesparpotentiale im Altkreis zu ermitteln, und andererseits die Möglichkeiten zum Ausbau der regenerativen Energien auszuloten", so Schulze. Die Region solle energiestark werden, also die benötigte Energie aus eigenen Quellen beziehen. "Die Potenziale dazu wären schon heute vorhanden", behauptete Schulze. Als Beispiele nennt er die Biogasanlagen, Fernwärme aus Biogas und die Windkraft. Alles Energieformen, die in Beeskow und Umgebung bereits genutzt würden.

Das Klimaschutzkonzept sei außerdem eine Grundlage für künftige Entscheidungen der kommunalen Gremien, beispielsweise bei Bebauungsplänen für neue Biogasanlagen oder andere Energieprojekte.

Katherina Reiche, die in Begleitung ihres Mannes Sven Pethke ins Beeskower Rathaus gekommen war, hob die Beteiligung Beeskows und der angrenzenden Altkreis-Kommunen hervor. Bei den insgesamt 1.350 eingereichten Anträgen zur Förderung von Klimaschutzkonzepten seien die ostdeutschen Städte deutlich unterrepräsentiert, umso lobenswerter sei der Vorstoß aus dem Beeskower Rathaus.

Die Staatssekretärin stellte zudem eine Stärkung des KfW-Programms (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Gebäudesanierung in Aussicht.

Text: Jörg Kühl

 

 

09.04.2011 16:30