Von Radständer bis Ökostrom

Großpösnaer Gemeinderat verabschiedet Maßnahmenplan mit Ziel European Energy Award

Leipziger Volkszeitung, erschienen am 17. Februar 2011

Großpösna. Die Richtung ist eingeschlagen, die Schritte werden immer konkreter. Die Gemeinde Großpösna strebt eine Zertifizierung nach dem European Energy Award (eea) an (die LVZ berichtete). Nun hat der Gemeinderat einen konkreten Maßnahmenplan verabschiedet.

Dieser hält fest, welche Maßnahmen in welchem Zeitraum geschafft werden sollen und mit welcher Priorität sie behandelt werden. Denn eine Zertifizierung in dem Programm zur umsetzungsorientierten Energiepolitik wird für das kommende Jahr avisiert. Damit sollen Energieeffizienz und Klimaschutz auch auf kommunaler Ebene ankommen.

Die Liste umfasst 50 Maßnahmen. Diese umspannen eine große Breite an Themenfeldern: Beginnend bei der Entwicklungsplanung und Raumordnung der Gemeinde über den großen Bereich kommunaler Gebäude und Anlagen und die innere Organisation bis zur Kommunikation nach außen und Kooperationen mit anderen Trägern. Aber auch die Themen Ver- und Entsorgung und das Feld Mobilität sollen in den kommenden Jahren bearbeitet werden.

Wichtiger Punkt auf der Liste, dessen Umsetzung bereits gestartet ist: das Sammeln von Daten zur aktuellen Energieeffizienz, zum Beispiel in Bezug auf Wärme, Wasser und Elektrizität. "Es ist schon sehr mühselig die einzelnen Daten zusammenzutragen, aber durchaus auch spannend ", erklärte Eckehard Pohl, vom Ingenieurbüro seecon, der im Energieteam der Gemeinde vertreten ist. Nächste Aufgabe wird auch die Erstellung eines Leitbildes für die Gemeinde sein. Dies könne so aussehen, dass ein Ziel, wie die CO2-Reduktion um 25 Prozent in den nächsten 15 Jahren, vorgegeben werde.

Neben diesen großen Maßnahmen sind es viele kleine Schritte, die buchstäblich Punkte für die Zertifizierung einbringen. 58 von 165 nötigen Punkten fehlen Großpösna für den eea derzeit noch. Diese sollen beispielsweise mit regelmäßigen Kontrollen, Hausmeisterschulungen, aber auch Informationen in Schulen und einem Ausbau des Radwegnetzes erreicht werden. Die Förderung alternativer Transportmittel soll mit neuen oder verbesserten Fahradabstellanlagen an zentralen Orten, wie Pösna-Park und am Bahnhof Oberholz vorangetrieben werden.

Des Weiteren will die Gemeinde eine gegebenfalls auch überregionale Energie-Beratungsstelle initiieren und sich daran finanziell beteiligen. Auch werde laut Maßnahmenkatalog geprüft, ob ein Wechsel zu einem Ökostromanbieter möglich und sinnvoll ist.

"Wir haben viele Aufgaben vor uns, sind aber als Gemeinde auch nicht so schlecht aufgestellt", zog Bürgermeisterin Gabriela Lantzsch (parteilos) eine Zwischenbilanz.

Text: Kerstin Leppich

 

17.02.2011 12:43