Tillich besuchte Leipziger Unternehmen im Rahmen seiner diesjährigen Sommertour
seecon Ingenieure empfingen Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich zum "Kaffeeklatsch"
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LVZ-Online, 10.08.2011, 20:57 Uhr
Leipzig. Nach dem Beschluss zum Atomausstieg sieht Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) vorerst keine Alternative zur Braunkohle. Der Ausstieg nütze der Wirtschaft in Sachsen. Im Freistaat baut das Unternehmen Mibrag in großem Stil Braunkohle ab. Die Bedeutung der erneuerbaren Energie werde zwar wachsen. Aber erst wenn es gelinge, Strom etwa aus Windkraft zu speichern, werde das Auswirkungen auf den Einsatz von Braunkohle haben, sagte Tillich am Mittwoch in Leipzig. Das Wirtschaftsministerium rechnet in Sachsen für 2011 mit einem Anteil der erneuerbaren Energien von 17 Prozent am Bruttostromverbrauch.
An Deutschlands einziger Energiebörse EEX habe sich das Moratorium und der Ausstiegsbeschluss zur Atomenergie in starken Preisschwankungen insbesondere im März gezeigt, sagte EEX-Vorstand Christoph Mura. „Die Börse macht Auswirkungen politischer Entscheidungen sichtbar.“ Die jüngsten Turbulenzen an den Börsen hätten indes nicht zu einem Preisrutsch beim Handel an der EEX geführt.
Nach Ansicht von Tillich wird der Freistaat von den Auswirkungen der Schulden- und Finanzkrise in Europa weitgehend verschont bleiben. Sachsen habe einen Exportanteil von 37 bis 40 Prozent und sei deshalb nicht so stark auf Ausfuhren abhängig wie etwa Baden-Württemberg, sagte Tillich bei einem Besuch der Energiebörse EEX. Deshalb sei Sachsen 2008 auch gut durch die Wirtschafts- und Finanzkrise gekommen. Die sächsische Wirtschaft habe zudem konkurrenzfähige Produkte und Technologien. „Bei mir ist der Optimismus größer als der Pessimismus,“ sagte Tillich. Er warnte vor einem Wohlstand auf Pump. Die öffentlichen Haushalte müssten nachhaltig konsolidiert werden.
Neben der EEX besuchte der Ministerpräsident am Mittwoch auch die Leipziger T-Shirt-Druckerei Spreadshirt und das Unternehmen Seecon Ingenieure in Lindenau. Dort luden die Mitarbeiter Tillich zum „Kaffeeklatsch“ ein, nachdem sie ihm aktuelle Umweltschutz- und Energieeffizienz-Projekte des Planungsbüros vorgestellt hatten.
Text: dpa/Frank Schmiedel


