Planer stellen Konzept für Westufer vor

Kulkwitzer See: Ferienhäuser und Veranstaltungszentrum angedacht / Anwohner fordern Änderungen

Foto: André Kempner

Leipziger Volkszeitung, erschienen am 22. April 2009

Markranstädt. Am Montagabend haben die Planer das Konzept für das Westufer Kulkwitzer See vorgestellt. Die Stadt Markranstädt will auf dem 30 Hektar großen Gebiet Häuser, ein Feriendorf sowie ein Veranstaltungszentrum mit Seebühne ansiedeln. Während Anwohner aus der Ostsiedlung dafür plädierten, die Natur zu erhalten, sagte Bauamtsleiterin Uta Richter, das Ufer solle für alle Bürger erschlossen werden.

"Das Konzept ordnet das Westufer in Markranstädt neu nach Zielgruppen und verbindet den See stärker mit der Stadt", sagte Markranstädts Bauamtsleiterin Uta Richter. Landwirtschaftsarchitekt Hans Gerd Kleymann von der Firma Planerzirkel und Ingenieur Jeffrey Seeck von Seecon präsentierten es im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung.

Der Uferweg soll zur Seepromenade ausgebaut werden. "Zunächst soll der Pfad nur auf drei Meter Breite asphaltiert oder gepflastert werden. Künftig werde aber der Rundweg angestrebt", sagte Seeck. In der Verlängerung der Karlstraße könnte östlich davon ein Veranstaltungszentrum mit einer abgestuften Seebühne aus Rasenfläche entstehen. Ein Parkplatz könnte nördlich des Regenrückhaltebeckens bereitstehen. An diesen schließt im Norden ein Treffpunkt für Jugendliche mit einer Skateranlage an. Nördlich der Achse Fasanenstraße-Stadtbad ist Platz für eine Schule und eine Kita. Oberhalb der zweiten Seeanbindung Spechtstraße soll ein Dutzend Reihenhäuser gebaut werden. Südlich der Ostsiedlung sind Flächen für 50 Einfamilienhäuser vorgesehen. Nördlich des Strandbades wiederum ist "ein ruhiger Genießerstrand für Familien und ältere Menschen geplant", so Kleymann. Südlich der Seebühne der "Aktivstrand" mit Beachvolleyball. Eine Feriensiedlung mit weiteren 18 Häusern - teils an Land, teils schwimmend an Stegen - schließt nördlich des Seglervereins an. Westlich der Promenade sind Grünflächen und ein Garten mit Kinderspielplatz vorgesehen. Das Regenwasserklärbecken nahe des Bades soll Niederschlag filtern und dem See zuführen.

Es sei ein "wirtschaftliches Konzept, das den Umweltschutz und die öffentliche Nutzung berücksichtigt", erklärte Kleymann. Der Stadtrat habe es gerade wegen der Grünflächen favorisiert.

80 Bürger, überwiegend Bewohner der Markranstädter Ostsiedlung, kritisierten das Vorhaben. "Es ist zu überladen für die Größe des Sees", sagte Malgorzata Schirmer stellvertretend für viele. Sie sehe den Bedarf eines "Hochglanznaherholungsgebietes" nicht. Matthias Sieber fand es wichtig, "den naturnahen Badestrand zu erhalten". Es werde "zuviel gewollt an einer Stelle", meint er. Wie andere Anwohner findet er den Parkplatz und die Skateranlage "überflüssig", einige fürchten Beeinträchtigung durch Lärm. "Zuviel Tourismus ist auch nicht gut", vertrat Sieber eine häufig vertretene Ansicht, begrüßte allerdings die Einfamilienhäuser. "Die Attraktivitätssteigerung finde ich gut", urteilte Falk Hellmann. Der Segler sorgt sich um die nutzbare Seefläche und fürchtet um die Wasserqualität. Wichtig war vielen der Rundweg.

Richter wies darauf hin, dass der Plan sich in das Stadtmarketing integriere, die Entwicklung ordne und so Wildwuchs vorbeuge.

Text: Kendra Reinhardt

 

22.04.2009 17:02