Entscheid im Frohburger Stadtrat für Kompensationsflächenkataster
seecon Ingenieure erarbeiten "Ökokonto" für die Stadt Frohburg
Leipziger Volkszeitung, erschienen am 08./09. Oktober 2011
Frohburg. Die Stadt Frohburg will künftig besser und langfristiger gerüstet sein, wenn bauliche Eingriffe in die Natur ausgeglichen werden müssen. Dafür sollen sowohl bei kommunalen wie privaten Investitionen aus einem Ökopool schnell Ersatzmöglichkeiten angeboten werden können, um den Verlust des Grüns zu kompensieren. Der Stadtrat beschloss vorgestern einstimmig, ein solches Ökokonto auf den Weg zu bringen.
Die seecon Ingenieure GmbH Leipzig wurde beauftragt, dieses Konto zu erarbeiten. Sie soll Maßnahmen suchen und finden, um ein Kompensationsflächenkataster für die Stadt und ihre Ortsteile anlegen zu können. „Bisher war die Suche nach geeigneten Flächen, um den Verlust von Natur ausgleichen zu können, sehr langwierig und schwierig“, begründete Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch den Vorstoß. Neuerungen in Naturschutzgesetzen von Bund und Freistaat erlaubten jedoch seit Kurzem, dass sich Kommunen im Ortsgebiet auf Flächensuche machen dürften, ehe es zu solchen Eingriffen komme. Sie könnten dann ein Reservoir an geeigneten, abgestimmten Maßnahmen in der Schublade haben und diese Vorhabensträgern als Ausgleich anbieten oder selbst nutzen. Die Ersatzmöglichkeiten – wie die baulichen Eingriffe werden sie in Ökopunkten ausgewiesen – sind dabei groß, machte Jeffrey Seeck, Geschäftsführer des Ingenieurbüros in einem Vortrag vorgestern deutlich. Das reiche von Aufforstung und Streuobstwiesen über Deponiebegrünung und Grünlandintensivierung bis zur Flächenentsiegelung und Gewässeraufwertung. „Hat man so einen Pool mit von der Unteren Naturschutzbehörde genehmigten Maßnahmen, kann die Stadt sofort reagieren, wenn ein Investor Flächenbedarf für Ausgleichsmaßnahmen hat“, verdeutlichte er.
Ein solcher Pool bietet der Kommune zudem den Vorteil, dass der Investor die Umsetzung der Maßnahme finanziert, wenn sie von der Kommune realisiert wird und dann auch etwa 20 Jahre für die Unterhaltung und Pflege verantwortlich bleibt, was bisher nicht der Fall ist. „Und Ökopunkte für bereits ab April 2002 realisierte Kompensationsmaßnahmen der Kommune können sogar nachträglich an Vorhabenträger veräußert werden“, so Hiensch.
Damit könne die landschaftliche Entwicklung der Stadt für die nächsten 20 Jahre konkretisiert und der Flächennutzungsplan entsprechend fortgeschrieben werden, so der Tenor. Unter anderem sollen bei der Erarbeitung eines solchen Katasters auch die einst im Zuge der Planungen zum „Industriepark Schönauer Höhe“ anvisierten Aufforstungen auf kommunalen Flächen wie am Wolfslückenweg und auf dem ehemaligen Wäscheunionsgelände „Am Schützenhaus“ nochmals bewertet und erfasst werden.
Text: Thomas Lang


