Auftrieb für Wassertourismus
Zukunftsstiftung Südraum Leipzig fördert "Fisch-Boot-Pass" und "LeipzigBoot"
Leipziger Volkszeitung, erschienen am 24. November 2006
Borna. Die Zukunftsstiftung Südraum Leipzig vergab am Freitag nicht nur den mit 2.500 Euro dotierten Zukunftspreis 2006. Sie überreichte auch einen Scheck in Höhe von 20.000 Euro, damit das so genannte LeipzigBoot gebaut werden kann.
Feierliche Stimmung in den Räumen der Eulaer Firma Alltec. Dort ging am Freitag die Preisverleihung über die Bühne. Wie berichtet, wurde der diesjährige Zukunftspreis Südraum der Leipziger Firma Seecon Ingenieure GmbH für ihr wassertouristisches Projekt "Fisch-Boot-Pass" verliehen. Mit der Neuentwicklung können Fische und Wassersportler auf gleichem Weg Stauanlagen überwinden. "Wir wollen touristische Wasserwege erschließen", erläuterte Geschäftsführer Jeffrey Seeck. Die Idee: Statt teure Schleusen zu bauen, werden von der EU geförderte Fischaufstiegsanlagen so mit Borstenelementen versehen, dass Fische und Boote die Passage neben einer Stauanlage gemeinsam nutzen können. Seeck: "Oben gleiten Boote per Treidelanlage, unten schwimmen Fische". Für den Gewässerverbund Leipzig liegen erste Planungen für einen "Fisch-Boot-Pass" am Connewitzer Wehr und der Gefällstufe Hartmannsdorf vor.
Zu dieser Idee passte das zweite innovative Vorhaben, das die Stiftung an diesem Abend in Eula förderte. Eine Reihe von Leuten des Grünen Rings Leipzig tüftelt seit einiger Zeit am so genannten Leipzig-Boot. Vor zwei Jahren wurde sogar ein Verein mit dem Namen Freibord gegründet, der die zwei Prototypen bauen und später der Wirtschaft schmackhaft machen will. Mit den 20.000 Euro, die er von der Stiftung erhielt, hat er die 60.000 Euro zusammen, die er als Eigenkapital für Fördermittel benötigt, erklärte Angela Zábojník. Hintergrund: Die Leipziger Gewässerlandschaft ist teils vom Auenwald geprägt, hat sensible und flache Bereiche. Ziel ist es, ein mit Erdgas betriebenes Motorboot zu konstruieren, dass sich umweltfreundlich diesen Gegebenheiten anpasst und gleichzeitig den Gewässerverbund erschließen hilft. So darf der Tiefgang des Bootes höchstens 30 Zentimeter betragen, erklärte Zábojník. "Die Entwicklung ist jetzt so weit, dass das Boot gebaut werden kann." Die Zukunftsstiftung Südraum Leipzig, die das Christliche Umweltseminar Rötha 1999 ins Leben rief, wurzelt in der Protestbewegung "Eine Mark für Espenhain". Das oppositionelle Seminar wollte damit Ende der 1980er Jahre auf den Umweltfrevel in der DDR und vor allem in der Bornaer Region aufmerksam machen und Hilfe anbieten. Bis zum Mauerfall kamen 100.000 Mark zusammen, es war der Grundstock für die Stiftung. Deren Kapital beläuft sich derzeit auf rund 950.000 Euro. Mit den Erträgen fördert sie innovative Projekte, die dem Strukturwandel im Südraum zugute kommen.
Text: Frank Prenzel


