Neues Wohnbaugebiet in Neukieritzsch geplant

seecon Ingenieure stellen "Kahnsdorf Nord" in einer Bürgerversammlung vor

Bild: seecon Ingenieure

Leipziger Volkszeitung, erschienen am 14./15. Januar 2012

Kahnsdorf. Den Entwurf für das Wohngebiet "Kahnsdorf Nord" stellte vorgestern die Gemeinde Neukieritzsch den Bürgern im Gemeinschaftshaus in Kahnsdorf vor. Die Kommune beabsichtigt, einen Bebauungsplan für ein Wohngebiet am Hainer See aufzustellen, um Baurecht für ein Mischgebiet und ein Sondergebiet Reitsport in einer Größe von 18 Hektar zu schaffen.


Die Gemeinde selbst will davon 14 Hektar überplanen. Die Blausee GmbH möchte in unmittelbarer Nähe dieses Gebietes ein Sondergebiet mit 3,3 Hektar zur Bebauung mit einer Reitsportanlage ausweisen.

Für die Aufstellung des Bebauungsplanes wurde die Seecon Ingenieure GmbH verpflichtet. Jeffrey Seeck vom Ingenieurbüro nutzte vorgestern die Chance, um die Philosophie, die hinter dem künftigen Bebauungsplan steckt, den reichlich erschienenen Bürgern von Kahnsdorf und Umgebung nahe zu bringen.

"Wir haben großen Wert darauf gelegt, dass es einen harmonischen Übergang vom Alt- zum Neudorf gibt", so Seeck. Grundlage für den Planungsentwurf war der Flächennutzungsplan aus dem Jahr 2006, in dem die zu überplanende Fläche als Mischgebiet ausgewiesen ist. "In diesem Gebiet befanden sich die ehemaligen Tagesanlagen des Tagebaus Witznitz II", sagte der Ingenieur. Im Planentwurf sind sogenannte Vorbehaltsflächen enthalten, auf denen eine Kindertagesstätte und eine Einrichtung für betreutes Wohnen Platz finden könnten. "Wir haben dafür die besten Plätze reserviert, die sich in unmittelbarer Nähe zum Strand und Hafen befinden", meinte er. Im östlichen Teil des Wohnbaugebietes sei dagegen ein Sondergebiet ausgewiesen, das für Reitsport genutzt werden könnte. Der geplante Spielplatz soll sich dagegen zu einem Platz der Begegnungen entwickeln. Hier könnten die ersten Kontakte zwischen Zugezogenen und Alteingesessenen erfolgen.

Seeck regte an, dass sich bestimmte Elemente aus dem Altdorf im neuen Wohngebiet wiederfinden sollten. So habe es zum Beispiel vor dem Braunkohlebabbau ein gut funktionierendes Brunnensystem gegeben. Davon seien noch Überreste erhalten geblieben. "Diese Brunnenstruktur könnte im Ort wieder lebendig gemacht werden", sagte er.

Die anwesenden Bürger interessierte jedoch mehr, wann der erste der etwa 100 Bauherren bauen könnte. "Wir rechnen damit, dass der Bebauungsplan noch in diesem Jahr genehmigt wird", erklärte der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen. Die Flurstücke hätten eine Größe von 640 bis 1200 Quadratmeter. Auch der Bungalow-Stil werde zugelassen. "Im optimalen Fall könnte ab 2013 mit der Erschließung begonnen werden", so der Stadtchef. Da das Wohngebiet auf ehemaligen Tagesanlagen entsteht, rechnet Bauamtsleiterin Ursula Zander auch mit Restfundamenten. Dies solle im Vorfeld mit der LMBV abgeklärt werden.

Keine Antwort konnte die Verwaltung darauf geben, was die Bürger für den Verkauf ihrer Flächen erhalten und welchen Betrag Häuslebauer für den Quadratmeter bezahlen müssen. "Diese Fragen können in der derzeitigen Planungsphase noch nicht beantwortet werden", so Graichen. Im Ermessen der Gemeinde liege es auch nicht, ob ein Lebensmitteldiscounter oder Gewerbe wie ein Friseur sich in Kahnsdorf ansiedeln.

Text: Cornelia Braun

20.01.2012 09:09